Facebook Projekt Atlas – Mark hat genau NICHTS gelernt

Nichtmal ein Jahr nach dem Cambridge Analytica Skandal kommt nun ans Licht, dass Facebook Jugendliche mit Geld dazu verleitet hat, ihre persönlichsten Daten preis zu geben. Und das alles mit dunkelsten Tricks, um Datenschutzregelungen von Apples Appstore und dem Google Play Store auszuhebeln und bewusst zu hintergehen (mehr dazu im Hintergrund). Herr Zuckerberg macht also einfach weiter so.

Dass ein Unternehmen mit einer solch negativen Grundeinstellung zu Datenschutz weiterhin so große Nutzung erfährt und von Behörden nicht eingefangen wird ist ein absolutes Unding. Der Umstand, dass dies so ist, liegt aus meiner Sicht daran, dass der Großteil der Nutzer (und der politischen Entscheider) die technischen Zusammenhänge und die Tragweite von Datenschutz-Themen einfach nicht überblicken. Sei es aus Unwissenheit (“Ich bin ja nicht bei Facebook, also bin ich sicher”) oder aus Ignoranz (“Ich hab ja nichts zu verbergen”). Dabei steht Facebook letztlich nur stellvertretend für alle anderen datenhungrigen Dienste.

In diesem Zusammenhang empfinde ich es als unglaublich Dreist, wenn nun immer noch Mitarbeiter von Facebook sagen, dass Ihrer Firma Datenschutz und Datensicherheit wichtig seien.

Hintergrund

Doch was ist da eigentlich passiert? Facebook hat bereits 2004 einen Dienst aufgekauft, der unerwünschte Datenübertragungen verhindern wollte. Eigentlich eine geniale Idee – so bekomme ich Informationen darüber, welche Apps und Websiten meines Smartphones Daten an evtl. unbekannte Server schicken, obwohl das unnötig oder ungewollt ist. Leider braucht die App dazu aber eben auch einen recht guten Einblick in die eigenen Nutzungsgewohnheiten: Wie nutze ich wann welche Apps und welche Daten werden darüber verschickt. Auf alle diese Infos bekam Facebook durch den cleveren Aufkauf dieses Dienstes Zugriff. Diese Daten wurden übrigens unter Anderem dazu genutzt, um den Marktwert und die Kaufentscheidung für WhatsApp zu validieren. Und nun folgte eben der nächste Streich:

Um noch besser an die Nutzungsdaten der Menschen zu gelangen, wurde eine auf den gekauften Dienst aufbauende App entwickelt, die nicht über die normalen AppStores zu erhalten ist (und zwar, weil sie vehement gegen die Datenschutzbestimmungen der AppStores verstoßen!). Und weil sich Facebook mit einer Schar von fliehenden Jugendlichen konfrontiert sieht, versuchte man nun, eben diese Zielgruppe mit der App auszuspionieren. So wurden dann ganz einfach Werbe-Anzeigen für eine “Social Media Studie” auf Instagram und Co. geschaltet und direkt auf jugendliche Zugeschnitten – eine Sauerei!

Tausche 20 $ gegen Privatsphäre

Die Kids wurden dann mit monatlich 20 USD geködert und ihnen wurde in einer Anleitung erklärt, wie sie die Sicherheitseinstellungen ihres Telefons zu umgehen haben, um an das ersehnte Geld zu kommen.

Und was hatte Facebook davon?

  • Root-Zugriff auf das Telefon der Nutzer – das heißt die komplette Leseerlaubnis
  • Infos darüber wann der Nutzer welche Apps wie genutzt hat
  • Einsicht in den Browser-Verlauf
  • die Inhalte von privaten Messanger-Chats (und auch geteilte Videos und Bilder)
  • eventuell sogar Zugriff auf Tastatureingaben (also z.B. Passwörter, die man im Handy-Browser eingegeben hat) – verrückt.

Es ist einfach unglaublich, was Facebook sich da auf den Smartphones dieser Kids einfach so gestattet. Aber zum Glück gibt es Argumente, die meine Empörung abschwächen könnten:

  • Die Nutzer haben ja den Nutzungsbedingungen zugestimmt und wussten, was auf sie zukommt (Wann hast Du zuletzt die Facebook Nutzungsbedingungen gelesen?).
  • Facebook ist ein kostenloser Dienst, der irgendwie Gewinne erwirtschaften muss – das funktioniert durch Werbung – dazu wiederum braucht man Informationen zu den Zielgruppen (klar, aber muss Facebook dazu wirklich wissen ALLES wissen?).
  • Die Anmeldung von Minderjährigen war nur mit Zustimmung der Eltern vorgesehen (die Kids sind natürlich sofort zu ihren Ellis gerannt und haben brav nach Erlaubnis gefragt).

Was tun gegen die Datenkraken?

Was mich eigentlich so empört ist, wie frech Facebook hier auf Minderjährige zu geht und ihre Eltern jeglicher Chance zur Einflussnahme beraubt. Das Ziel der Begierde muss nur angemessen mit Werbung und Geld aus der Portokasse manipuliert werden und schon kommt die Datenkrake ans Ziel.

Doch bevor wir nun zu mehr Regulierung von großen Datenfirmen aufrufen und uns weiter empören, möchte ich vor der eigenen Haustüre fegen. Wie wir mit unseren Daten umgehen, und wie leicht datenhungrige Online-Konzerne an diese heran kommen, können wir stark selbst beeinflussen. Wir müssen nur wissen wie. Es ist also eine Frage der Medienkompetenz. Wir müssen als Gesellschaft verstehen, wie die Technik in unserem Leben funktioniert, und welche Implikationen sie für uns und unsere Mitmenschen hat.

Dazu müssen sich Eltern mit den Apps ihrer Kinder auseinander setzen. Aber auch Lehrer müssen befähigt werden, auf Online-Trends zu reagieren. Und letztlich muss sich die Politik von fähigen Menschen beraten lassen, wie mit den vielen neuen Möglichkeiten umzugehen ist, wo man Potentiale erschließen kann, und ja, wo man eventuell auch einen Riegel vorschieben muss.

Datenkraken wird es auch in Zukunft geben. Deren Akzeptanz wird mit steigender Medienkompetenz aber zurückgehen. Wir müssen uns einfach damit auseinandersetzen, anstatt den Kopf in den Sand zu stecken. Erst dann können wir wirklich die positiven Möglichkeiten der digitalen Revolution in einer besseren Gesellschaft umsetzen. Das ist meine feste Überzeugung.

Hier der Artikel, der meine Empörung ausgelöst hat:

Diplomatie statt Militärschlag

Warum glauben wir eigentlich, dass wir Konflikte mit militärischer Gewalt lösen können? Wir mischen uns gewaltsam in Konflikte irgendwo auf der Welt ein. Und ja, auch das Befürworten von Luftangriffen in Syrien ist nach meiner Rechnung schon Säbelrasseln. Natürlich ist es schlimm, wenn ein verrückter Despot seine Bevölkerung mit C-Waffen drangsaliert. Nur ist die rein militärische Antwort vielleicht nicht immer die beste.

Militär? Können wir eh nicht 😉

In den vergangen Jahren haben wir immer wieder feststellen können, dass die Bundeswehr in einem desolaten Zustand ist. Gewehre sind nicht präzise. U-Boote und Hubschrauber sind nicht einsatzbereit. Und die verfügbaren Kampfjets sind nicht kompatibel mit dem NATO-Standards. Darüber hinaus klagt das Heer über unsportliches Personal. Ist es also Zeit für ein Umdenken?

Eifersucht auf die französischen Nachbarn

Heute war Emmanuel Macron zu Besuch bei meinem Lieblings-Donald. Und die Berichterstattung zeigte, dass wir als Gesellschaft zutiefst verunsichert sind. Schnell kamen Fragen auf, ob Deutschland seinen Einfluss auf die US-Amerikanische Regierung komplett verloren hat. Die sich anbahnende Herren-Freundschaft wurde, so einige Berichte, eben auch durch Macrons beherztes militärisches Eingreifen in den Syrien-Konflikt bestärkt. Dass Angela Merkel am Ende der Woche wohl nicht den gleichen Staatsempfang erhalten wird, wie der französische Präsident verstärkt diese Sorge weiterhin.

Wir scheinen uns also weiterhin über unsere militärische Performance zu definieren. Man ist auf der weltpolitischen Bühne eben nur wer, wenn man auch ordentlich mitkämpft und Truppen oder Kriegsgerät entsendet. So könnte man zumindest einige Berichterstattungen von heute einordnen.

Fokus auf Diplomatie statt Säbelrasseln

Vielleicht könnte Deutschland sich in Zukunft jedoch anders positionieren. Warum ist es ausschließlich akzeptabel, wenn NATO-Mitlgieder 2% ihres Bruttosozialproduktes in Militärausgaben stecken? Könnte nicht ein hilfreicher Beitrag auch aus intensiveren diplomatischen Bemühungen bestehen? Miteinander Reden statt aufeinander schießen scheint mir ein gutes Konzept zu sein. Mit ein wenig Wagemut und Vision könnte sich Deutschland als Verhandler positionieren, ohne sich durch (Befürworten von) Kriegseinsätze(n) ständig neue Feinde zu machen. Wir könnten wegweisend in die Zukunft gehen und als eine der ersten Industrienationen und europäische Vorreiter, auf militärische Interventionen verzichten. Stattdessen würden wir Thinktanks schaffen, die sich mit der Erarbeitung von friedlichen Lösungsansätzen für regionale bzw. internationale Konflikte befassen. Wir könnten Diplomatie-Hochschulen gründen, die die hohe Kunst der Verständigung und des Gesichtwahrens lehren. Deutschland könnte aus seiner wirtschaftlichen Stärke heraus für hohe Ideale eintreten und diese Schritt für Schritt in die Welt hinaustragen.

Grundlage für Frieden kann nur Bildung sein

Für solche großen Schritte bedarf es jedoch einer aufgeklärten Gesellschaft. Wir dürfen uns nicht ins Boxhorn jagen lassen von einer Berichterstattung, die panisch fragt, ob wir unseren Einfluss verlieren, nur weil ein anderes Staatsoberhaupt “besser” behandelt wird als unseres. Wir brauchen eine abgeklärte Berichterstattung, die uns umfassend informiert. Das ist dann zwar manchmal nicht so reißerisch und quotenfördernd, aber vielleicht eben förderlich für den Frieden. Es braucht hier eine Bringpflicht der Medien und der Politik, da diese gegenüber der restlichen Gesellschaft zumeist einen Informations- und Bildungsvorsprung aufweisen (sollten). Den Institutionen kommt also eine besondere Verantwortung zu, die Bevölkerung mit den nötigen Informationen zu versorgen.

Wenn wir verstehen, wie andere Menschen/Länder/Kulturen ticken, werden wir auch eher verstehen, was sie bewegt. Mit den nötigen Informationen gelangen wir zu besseren Schlüssen als “da muss man mal ne Bombe rein werfen”. Am Ende wird man über kurz oder lang beide Konfliktparteien verstehen und kann als unbeteiligter Dritter vielleicht Optionen aufzeigen, die eine friedliche Verständigung miteinander fördern.

Vor allem sollten wir uns darauf besinnen, was wir Tag für Tag gut machen. Die gute Arbeit, die mindestens 90% unserer Mitbürger jeden Tag abliefern und die super Produkte, die deutsche Firmen in den Markt bringen (vielleicht mal abgesehen von Waffen). Wir sind führend in vielen Bereichen von Industrie und Forschung (oder zumindest gut dabei). Warum nicht auch in Diplomatie statt Militärschlägen?

In diesem Sinne, sucht Schutz vor den Friedenspanzern!

PS: Dieser Arikel plädiert nicht dafür, das Militär komplett abzuschaffen. Jedoch könnte eine Neuausrichtung auf zivile/inländische Missionen sicherlich einige Sorgen verkleinern und im Zweifel Geld für Diplomatie und Bildung freischaufeln.

Verhandeln bis tief in die Nacht

Vom Aufopfern für die gute Sache.

Heute auf dem Heimweg lief im Autoradio eine Meldung zum Stand der Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern. Man habe zwar noch keine kommunizierbaren Ergebnisse, erwarte jedoch ein Statement im Laufe der nächsten zwei Stunden, hieß es da von der Stimme des Reporters. “Verhandeln bis tief in die Nacht” weiterlesen

Neuro-Linguistisches Programmieren

NLP – Neurolinguistisches Programmieren ist nicht etwa eine neumodische Computersprache, mit der die Berliner Startup-Szene die nächste Killer-App programmiert, sondern nichts geringeres als eine Gebrauchsanweisung für unser Gehirn.

Ja, er lebt noch! Nachdem ich mich in den letzten Wochen hier ja wirklich zurück gehalten habe, ist jetzt die Zeit wieder reif für einen spannenden Blogeintrag.

In den letzten 2 Wochen habe ich es endlich geschafft, einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft zu gehen. Mit dem Beginn meiner NLP-Ausbildung habe ich den Grundstein für ein neues Kapitel in meiner persönlichen und professionellen Entwicklung gelegt.

NLP beruht unter anderem auf der Annahme, dass sich Jeder Mensch verändern kann, und dass Dinge, die von einem Menschen erreicht wurden, prinzipiell auch von allen anderen erreicht werden können. NLP bietet hier sehr lösungsorientierte Ansätze um zu verstehen, wie unser Gehirn denn letztlich tickt. Denn das, was wir gemeinhin unter der “Realität” verstehen sind letztlich nur Geschichten, die sich unser Gehirn über die Welt da draußen erzählt. Das Gehirn selbst kann ja weder hören, sehen, riechen schmecken, noch fühlen. Es hat lediglich (mehr oder minder guten) Zugriff auf die Sensoren unseres Körpers und interpretiert die gewonnenen Daten anhand von Erfahrungen oder ganz einfach nach gut dünken.

Einer der Mitbegründer des NLP, Richard Bandler hat das einmal so zusammengefasst: “Ich möchte, dass sie herausfinden, wie sie lernen können, ihr eigenes Erleben zu verändern, um etwas Kontrolle über das zu bekommen, was in ihrem Gehirn tatsächlich passiert.”

Das ist doch mal eine spannende Einladung, nicht wahr?

Nach einer sehr intensiven Zeit im NLP-Zentrum Berlin habe ich schon jetzt einen ziemlich guten Einblick darin, wie wir alle uns Geschichten von der Welt da draußen erzählen. In den kommenden Monaten werde ich alles daran setzen, diesen gewonnenen Einblick in meine Realität umzusetzen und mit den NLP-Modellen und Techniken an mir, meiner Kommunikation und mit interessierten Dritten zu arbeiten. Mein tiefster Dank gilt den Trainern des NLP-Zentrums und vor allem meiner tollen Lerngruppe. Ich freue mich schon jetzt auf den zweiten Teil der Ausbildung!

Fotografieren im Maßstab 1:160 (2)

Der Weg zum fertigen Bild

Nachdem ich im letzten Artikel festgehalten habe, welche Hilfsmittel man benötigt, um eine schöne Nachtaufnahme einer Modelllandschaft (es lebe die neue Rechtschreibung!) zu gestalten, soll es heute darum gehen, wie mein Vater und ich letztlich zu einem guten Bild gelangt sind. Dabei möchte ich vor allem auf drei Punkte eingehen, die uns für ein spannendes Bild wichtig waren: Bildkomposition, Fokus und Lichtspuren.

Bildkomposition

Wenn man im echten Leben fotografiert, hat man es zumeist recht leicht, einen natürlichen Blickwinkel zu erreichen. Man fotografiert von Augenhöhe, so dass es für den Betrachter des entstehenden Bildes einfach ist, die Perspektive zu begreifen. Besonders geübte Fotografen können diesen natürlichen Blickwinkel jedoch durchbrechen und durch eine besonders schräge Komposition, oder den Blick aus der Vogelperspektive besonders ausdrucksstarke Fotos zaubern.

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Fotografieren im Maßstab 1:160

Die Vorbereitungen

Beim Besuch in der Heimat kommt man ja manchmal auf wundersame Ideen. Als ich an einem der letzten Wochenenden im Zug nach Leipzig saß, kam mir die Idee, einmal die Modelleisenbahn meines Vaters als Fotomotiv genauer in Betracht zu ziehen. Dort wollte ich also die Erfahrungen aus meinem echten – großen – Fotoleben, auf den kleinen Maßstab übertragen und die Minizüge und -landschaften im rechten Licht präsentieren. Im folgenden beschreibe ich unsere Odyssee von der Idee zum fertigen Bild.

Da mein Vater mit großem Aufwand eine wunderschöne Landschaft mit toller Beleuchtung erschaffen hat, setzten wir uns das Ziel, eine Nachtaufnahme des Bahnhofs mit vorbeifahrendem Zug zu gestalten. Ich schreibe bewusst gestalten, da wir hier tatsächlich nicht einfach auf den Auslöser drücken konnten, sondern durchaus einige Planung vonnöten war. “Fotografieren im Maßstab 1:160” weiterlesen

Ikea am Sonnabend

Wie in wahrscheinlich jedem zweiten deutschen Haushalt war bei den Winklers an diesem Sonnabend ein Ausflug zum örtlichen IKEA angesagt. Meine Eltern haben sich vorgenommen, mein altes Zimmer in eine Bibliothek/Eisenbahnlandschaft (mehr zur Eisenbahn in einem der kommenden Posts!) umzuwandeln, und dafür mussten Bücherregale her.

IKEA shopping carts
Schwedisches Möbelparadies en masse ©asianz

Und welches Regal könnte sich da besser eignen, als BILLY?!

“Ikea am Sonnabend” weiterlesen

[Ergänzt] Hallo Welt: 60 Jahre Everest Erstbesteigung

Vor 60 Jahren bestiegen Edmund Hillary und Tenzing Norgay als erste Menschen den höchsten Punkt unserer Erde. Kaum ein Ereignis wäre also besser geeignet meinen persönlichen Blog zu beginnen, als eines, was mit einer meiner Leidenschaften zu tun hat: Dem Bergsteigen.

Seit der Erstbesteigung am 29.05.1953 hat sich am Everest jedoch einiges verändert. Mussten die Bergsteiger damals noch ihren eigenen Weg suchen und alles Material selber tragen, so ist aus dem Besteigen von Bergen heute eine ganze Industrie geworden. Das fängt bei den von Hipsterstudenten geliebten NorthFace und Wolfskin Jacken an, die ihnen vorgaukeln, dass sie super ausgerüstet seien und deshalb quasi unbesiegbar wären. Und reicht bis zu verzerrten Abenteuern, die von Adventure Operators und Alpine Consultants geplant werden, und Touristen auf Berge schleifen.

An einem Punkt, an dem $65.000 gegen einen Gipfel eingetauscht werden, stellt sich mir die Frage: Was hat das alles noch mit Bergsteigen zu tun. Wenn man sich von Sherpas die Ausrüstung auf den Berg schleppen lässt und blind dem Adventure Operator a.k.a. Bergführer hinterhertrottet, ohne auch nur ansatzweise abschätzen zu können wie gefährlich diese Expedition eigentlich ist, dann glaube ich, ist es keine gute Idee überhaupt loszugehen.

Was ich damit sagen möchte bezieht sich letztlich nicht nur aufs Bergsteigen, sondern darauf, wie man an Gewisse Herausforderungen im Leben herangeht. Möchte man Abenteuer erleben, sollte man sie sich selbst schaffen. Dazu gehört, meiner Meinung nach, dass man sie selbst plant, und sich der Tragweite der Unternehmung bewusst ist.

Für mich persönlich möchte ich einfach die Dinge selbst in der Hand haben und abschätzen können, worauf ich mich einlasse. Ist der Weg, den ich zum Ziel beschreiten muss zu schwierig für meine Fähigkeiten, oder kann ich ihn ohne Hilfe von Außen bewältigen? Denn am Ende muss man sich in Extremsituationen auf sich selbst verlassen können. Was, wenn der Alpine Consultant ausfällt, und man auf einmal den Weg alleine einschätzen und gehen muss?

Letztlich sagt man zu Recht, dass die Welt den Mutigen gehört. Überleben werden am Ende aber genau die, die Mut von Übermut unterscheiden können, und mit Bedacht an Ihre Herausforderungen herangehen.

Wart Ihr schon mal in einer Situation, in der Ihr “zu weit” für Eure Fähigkeiten gegangen seid? Wie geht Ihr damit um, wenn Ihr vor einer großen Herausforderung steht? Ich bin gespannt auf Eure Kommentare und Meinungen zum Thema!

UPDATE (02. Juni 2013): Die Jungs und Mädels von Glacier Works haben sich zur Aufgabe gesetzt den Einfluss des Menschen auf die Veränderungen von Gletschern im Himalaya-Gebirge zu dokumentieren und ein größeres Bewusstsein dafür zu schaffen. Hierzu haben sie zusammen mit dem MS IE ein spannendes Projekt namens “Rivers of Ice” auf die Beine gestellt, welches mit eindrucksvollen Bildern genau diese Veränderungen zeigt. Wenn Ihr eine gute Internetverbindung und einen flotten Rechner habt, schaut unbedingt mal vorbei. Es lohnt sich.